Beste Pflege zu Lasten des Personals – und der Staat schaut weg

Beste Pflege zu Lasten des Personals – und der Staat schaut weg

Häusliche Betreuung durch osteuropäische Pflegekräfte, wie man sie findet, was sie kosten und warum es ohne sie in Deutschland schon lange nicht mehr geht.

 

 

Zu Beginn drei prominente Stimmen / Aussagen zur Situation der Pflege in Deutschland:
 

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird in den nächsten Jahren drastisch weiter ansteigen – während gleichzeitig die Erwerbsbevölkerung schrumpft. Die Prognosen sind besorgniserregend. Viele sehen schon eine neue soziale Frage auf Deutschland zukommen. Das Thema Pflege ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft.

Ver.di Dienstleistungsgesellschaft

 

Anteil Betagter verdreifacht sich. Zuwachs über 65-Jähriger bis zum Jahr 2050 um mehr als 8 Millionen Menschen.
Bedarf an Pflegeheimplätzen verdoppelt sich bis 2030 und verfünffacht sich bis 2050.

Studie der Deutschen Bank Research aus 2010

 

„Oft reicht das Geld weder für die notwendige ambulante Pflege, noch für einen Platz im Pflegeheim.“
„Wir haben einen Pflegedienst für eine Stunde. Was machen wir die anderen 23 Stunden?“

Aussage von Betroffenen im Stern 43/2010

 

Das Thema ist schon seit Jahren akut, trotzdem hat sich seitdem nicht viel getan. Pflegekräfte in Deutschland haben nicht die gesellschaftliche Anerkennung, die ihnen aufgrund ihrer Tätigkeit gebührt. Pflege findet oft zeitgetaktet statt und ist für junge Menschen von den Rahmenbedingungen nicht sehr attraktiv. Es ist nicht abzusehen, dass „die Politik“ die bereits bestehende und stetig weiter klaffende Lücke schließen wird.

 

 

Stationäre Heime haben große Probleme, Personal zu bekommen, obwohl nur 50 % der dort Beschäftigten eine Pflegeausbildung haben müssen. Der bestehende Personalmangel führt bereits zu teilweise geringer qualifizierten illegalen Beschäftigungsverhältnissen in großer Zahl in deutschen Haushalten. Man geht von mehr als 200.000 illegal beschäftigten Betreuungskräften aus Osteuropa aus. Einige TV-Beiträge haben dies bereits thematisiert und die zuständigen Ministerien dazu befragt. Jetzt nach Einführung des Mindestlohnes in Höhe von 8,50 €, der auch für legal angestellte Betreuungskräfte aus Osteuropa gilt, müsste, so die Politik dies ernst meint, der deutsche Zoll diesem Treiben ein Ende setzen. Dazu bräuchte man z.B. nur der Sindbad-Buslinie aus Polen folgen und die wöchentlich anreisenden polnischen Leute zu ihren Haushalten zu folgen oder den tausenden wöchentlich anreisenden Minibussen. Das dies zurzeit nicht geschieht, muss Gründe haben, ähnlich wie die Anzahl der Steuerfahnder pro Bundesland eine willkürliche Grenze hat, wird hier wahrscheinlich gezögert, weil nach der Heimsendung von ca. 200.000 Pflegekräften in ihre Heimatländer, das ganze Thema der Pflege und seiner Bezahlbarkeit grundsätzlich geklärt werden müsste, wozu man im Moment anscheinend keinen Anlauf nehmen will. Solange dies nicht geschieht, werden uns Berichte von Pflegemissständen und Personalmangel weiter begleiten.

 

Doch welche Möglichkeiten hat nun ein deutscher Haushalt, sich legal eine Betreuungskraft zu beschaffen und welcher Preis ist realistisch, zumal oft mit einer 24-Stunden-Betreuung geworben wird?

  • Man stellt eine oder mehrere Betreuungskräfte selbst ein und fungiert als Arbeitgeber. Mit deutschen ausgebildeten Pflegekräften kommen schnell 3.000 € (1 Kraft) bis über 10.000 € (z.B. 3-4 Kräfte bei echter 24-Stunden-Betreuung) zusammen. Als Arbeitgeber haben Sie die Sozialversicherungsbeiträge von zusammen 40 % anteilig hälftig zu zahlen, also zu oben plus 600 € bis 2.000 € zusätzlich plus Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und während des Urlaubs. Also doppelte Kosten in diesen Zeitzeiten bei Ausfall. Plus ggf. Kosten für die Lohnabrechnung durch einen Steuerberater. Dies ist für die meisten Senioren oder deren Kinder nicht bezahlbar und vom administrativen Aufwand nicht gewünscht.
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  • Einstellung einer selbständigen Betreuungskraft aus Osteuropa. Diese unterliegt nicht dem Mindestlohn und kann die Vergütung selbst bestimmen. Hier muss der deutsche Haushalt aber aufpassen, dass sich diese Kraft im Heimatland angemeldet hat und selbst sozialversichert bzw. krankenversichert hat. Sollte diese das nur vortäuschen und der deutsche Zoll prüft das Arbeitsverhältnis, oder bei einem Haushaltsunfall fliegt dies auf, kann der deutsche Haushalt als Arbeitgeber qualifiziert werden mit allen Konsequenzen und möglichen Folgen. Es ist legal möglich, hat aber seine Tücken.
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  • Man nutzt über eine deutsche Vermittlungsagentur das Entsendemodell. Dann werden meist mehrere Personalvorschläge von Agenturen aus Osteuropa an den deutschen Haushalt gegeben. Wenn oft nach vorherigem Telefonat (soweit die Deutschkenntnisse dazu reichen) eine Kraft angefordert wird, weist sich diese, z.B. aus Polen über das A1-Formular von der dortigen Sozialbehörde ZUS ausgestellt, als legal angestellt und entsendet aus. Es gilt der Mindestlohn von 8,50 €. Die Arbeitszeit ist auf max. 48 Stunden wöchentlich begrenzt, kann aber auch geringer sein. Der tatsächliche Bedarf richtet sich nach den Angaben des Fragebogens, den deutsche Kunden vorher ausfüllen. Damit wird klar, dass auch diese Kräfte nicht 24 Stunden pro Tag tätig sind. Der Begriff hat sich auch als Suchbegriff bei Google eingebürgert, da den Betreuungskräften meist Kost und Logis im Haushalt angeboten werden und diese aufgrund des Pflegeprofils, welches sich durch den Fragebogen ergibt, immer da sind, wenn sie gebraucht werden. Stürzt der alte Mensch dann in der Freizeit der Betreuungskraft, wird diese trotzdem helfen. Diese Kräfte sind dann quasi Ersatztöchter oder -söhne, die im gleichen Haushalt wohnen, sind aber wie diese auch mal weg, zum Einkaufen, im Kino, etc. Die Kosten liegen je nach Schwere der Pflege und den Deutschkenntnissen meist zwischen 1.850 € bis 2.200 € monatlich. Dazu kommen Fahrkosten von ca. 100-150 € alle 2-3 Monate beim Personalwechsel.

 

In Deutschland geht es schon lange nicht mehr ohne die Pflegekräfte aus Polen und den osteuropäischen Ländern, weil die Menschen in der Bundesrepublik immer älter werden und zeitgleich immer mehr gut ausgebildete Betreuungskräfte fehlen. Dieser Missstand ist nicht nur in den Medien präsent, sondern wird auch innerhalb der Branche heftig diskutiert. Seit 2014 macht sich ein deutscher Verband auch politisch für die Anliegen der Pflegekräfte und die Pflegebedürftigen sowie deren Angehörigen stark. Nur ausgewählte Mitglieder werden hier aufgenommen und zeigen dadurch, dass sie sich an die Standards des Verbands halten und sich im eigenen Interesse für bessere Bedingungen innerhalb der Pflegebranche in Deutschland stark machen.

 

Bei dem Verband handelt es sich um den Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V., der auch als VHBP e.V. abgekürzt wird. Er erstellt Qualitätsstandards und formuliert Leitlinien für die Branche. Es geht darum, die Abwicklung und den Ablauf der Pflege zu sichern – und zwar sowohl auf Seite der Pflegebedürftigen und Angehörigen als auch auf der Seite der Pflegerinnen und Pfleger. Der VHBP e.V. arbeitet an der politischen Verbesserung der Standards innerhalb der Bundesrepublik. Sie setzen sich sowohl für die Rechtssicherheit bei der Betreuung in häuslichen Gemeinschaften ein als auch im Kampf gegen die Schwarzarbeit. Der Verein wurde im April 2014 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Bonn. Zwei Jahre nach der Gründung, im April 2016, weist der Verein 30 Mitgliedsunternehmen auf, die über eine Verpflichtungserklärung die Einhaltung der Qualitätsstandards gewährleisten. Die Mindeststandards gelten sowohl für deutsche als auch für die osteuropäischen Agenturen.

 

Um sich einen besseren Eindruck von den Mitgliedern machen zu können, finden Sie im Folgenden drei bekannte Mitglieder des Verbands, welche die Erklärung unterzeichnet haben und für die besseren Bedingungen eintreten sowie die Qualitätsstandards einhalten. Alle arbeiten nach dem zuvor genannten Entsendemodell (Punkt 3):

 

  1. Die altdaheim UG mit Sitz in Reinbek / Hamburg bietet als Dienstleistungsunternehmen über das Entsendemodell die bezahlbare und legale sowie im Heimatland sozialversicherte und qualifizierte Pflege an. Dabei spezialisiert sich die altdaheim UG auf die Vermittlung polnischer und weiterer Pflegekräfte sowie pflegeunterstützender Haushaltshilfen aus dem osteuropäischen Raum. Deutsche und polnische Mitarbeiter der altdaheim UG kümmern sich auch nach der Vermittlung um die Anliegen der deutschen Haushalte und fungieren weiterhin als Ansprechpartner. Dank der bilingualen Struktur des Anbieters können die deutschen Pflegebedürftigen und Angehörigen sprachlich genauso begleitet werden wie die polnischen Pflegekräfte. Als eines von insgesamt 30 Unternehmen ist die altdaheim UG Mitglied beim Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP e.V.) und hält mit seiner schriftlich bestätigten Verpflichtungserklärung die Mindeststandards und Qualitätsanforderungen des Verbands ein.

 

  1. Auch die Pflegeherzen aus Schiffweiler im Saarland sind Mitglied im VHBP e.V. und kümmern sich vor allem um die Vermittlung polnischer Pflegekräfte im Saarland sowie in Rheinland-Pfalz. Eine bundesweite Vermittlung ist ebenso möglich. Als erster Ansprechpartner stehen die Pflegeherzen vor Ort im Saarland zur Verfügung und beraten Angehörige und Pflegebedürftige rund um die Vermittlung und die Pflege. Das saarländische Unternehmen hält sich an die vorgegebenen Mindeststandards sowie die Qualitätsanforderungen des Verbands und ermöglicht neben der ganzheitlichen Betreuung auch die 24 Stunden Pflege.

 

  1. Zu einem weiteren Anbieter aus der Pflegebranche zählt Vis-à-Vis 24 aus Augsburg in Bayern. Unter der Geschäftsführung der Diplom-Biologin Carmen Roth vermittelt das Unternehmen vor allem Betreuungskräfte aus den osteuropäischen Ländern, wie zum Beispiel aus Rumänien und Polen, aus Kroatien und der Slowakei sowie aus Bulgarien. Neben der 24-Stunden-Betreuung bietet die Agentur auch die Vermittlung von Kräften an, welche die Grundversorgung sichern oder den Haushalt führen. Um die Qualität zu gewährleisten und die Mindestvoraussetzungen zu garantieren, ist Via-à-Vis 24 ebenfalls Mitglied im VHBP e.V. und sichert so die Standards gleichermaßen für die Pflegebedürftigen und die Pflegekräfte.

 

Fakt ist, dass sich die Betroffenen und Angehörigen im Pflegefall nicht auf den deutschen Staat verlassen können und sollten. Da das Geld häufig nicht für die ambulante Pflege reicht oder gar für einen Platz im Pflegeheim, ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit dem Thema der Pflege auseinanderzusetzen. Eine der beliebtesten Möglichkeiten stellt hier das Entsendemodell dar, welches inzwischen vielfach angeboten wird und dank der Sicherung des Verbands für häusliche Betreuung und Pflege e.V. von hoher Qualität und besten Bedingungen geprägt ist. Anbieter, wie die altdaheim UG, die Pflegeherzen oder auch Vis-à-Vis 24, halten die hohen Standards des Verbands ein und werden somit zur echten Alternative in Zeiten des Pflegenotstands in Deutschland.